Home Hier finden Sie die Broschüre  des Bürgerbeirates Hier finden Sie sämtliche Protokolle der Bürgerbeiratssitzungen Hier finden Sie zusätzliche Informationen zu Bürgerbeiratsbeschlüssen Mitglieder Hier finden Sie Stellungnahmen zu Presseartikeln und aktuelle Termine Impressum und Kontaktadresse
 

Pressemitteilung

Qualitätsanforderung des Bürgerbeirates zum neuen Justiz- und Behördenzentrum

Aus Sorge um die städtebauliche und architektonische Qualität des neuen Justizzentrums an der Mainzer Strasse hat der Bürgerbeirat die Landesregierung aufgefordert, das Anforderungsprofil für die Gestaltung des neuen Gerichtsgebäudes so festzulegen, dass Gewähr für eine glanzvolle Architektur und ein qualitätsvolles Gebäude gegeben ist. Der Beirat beklagt, dass nach Gesprächen mit Vertretern der Wiesbadener Justiz der feste Eindruck entstanden sei, dass die bisherigen Planungen dies nicht erwarten lassen, da die Belange der rechtsprechenden Gewalt und ihr Gestaltungsanspruch nicht hinreichend beachtet werden. In einem Gratulationsschreiben an Ministerpräsident Roland Koch zu seinem repräsentativen neuen Sitz in der „Rose“ stellt der Beirat fest, dass demnächst auch die gesetzgebende Gewalt im Lande, das Landesparlament, einen repräsentativen Landtagsneubau erhält und es deshalb an der Zeit sei, der dritten Gewalt im Staat, der Rechtsprechung, einen gleichwertigen Sitz in Wiesbaden zu geben.

Das einmalige Vorhaben, alle Gerichtszweige am Ort unter einem Dach im Justizzentrum zu vereinen, kann das Vorzeigeprojekt Hessens für Deutschland werden. Dies fordert die Organisation eines Qualitätswettbewerbs, denen klare Vorgaben zu machen sind. So kann bei einem Mietkaufmodell dem Investor die Quadratmetermiete, für die das Land zur Abnahme des Objekts bereit ist, vorgeschrieben sein. In einem solchen Fall würde derjenige den Zuschlag erhalten, der die beste architektonische Qualität und Ausstattung bietet. Der Bürgerbeirat setzt sich dabei für eindeutige Vorgaben für die Gestaltung ein. So ist eine Glas- und Spiegelfassade funktional, energetisch und gestalterisch für ein Gerichtsgebäude und auch für das Behördenzentrum völlig ungeeignet.

Demgegenüber sollten Natursteinfassaden, ein großzügig gestalteter Eingang, Flur- und Treppenbereiche und der Würde eines Gerichts entsprechend die Verhandlungsräume das neue Justizzentrum prägen. Um unterschiedliche Architekturschriften zu haben, sollten zwei Wettbewerbe ausgelobt werden, und zwar einen für das Justizzentrum und einen für das Behördenzentrum. Dabei gelten für das Behördenzentrum die gleichen hochkarätigen architektonischen Anforderungen.

Mit dem Behördenzentrum zusammen soll damit ein neuer Stadtteil Wiesbadens geschaffen werden. Der vorgesehene Boulevard mit Grünzone und Wasserfläche darf dabei keinesfalls unter den Tisch fallen, wie es jetzt schon wieder den Anschein hat. Notfalls muss die Stadt oder das Land zusätzliche Flächen hinzu erwerben, um diese städtebaulichen Ziele zu realisieren. Die geforderte städtebauliche und architektonische Qualität des neuen Stadtquartiers darf deshalb nicht an heutigen fiskalischen Bedenken scheitern. Eine langfristige Investition verlangt Weitblick. Diese einmalige Chance, ein Denkmal von morgen heute zu bauen, schafft langlebige Wirtschaftsgüter.


Prof. Rudolf Jochem                               Thorsten Reiß

Zurück

 

© Bürgerbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden