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Pressemitteilung

Bürgerbeirat für „Justizpalast“ anstelle eines monotonen Justizzentrums

Wenn schon das ehrgeizige Ziel verfolgt wird, die Justiz und die Stadtverwaltung Wiesbadens in einem neuen Stadtviertel an der Mainzer Strasse unterzubringen, dann richtig. Der geplante Investorenwettbewerb birgt demgegenüber die Gefahr, dass das Ergebnis sich aus dem städte-baulichen Einerlei monotoner Verwaltungskisten kaum abheben wird, da es beim Investorenwettbewerb ausschließlich um die Frage geht, welcher Investor später am günstigsten die Mietflächen an die Nutzer abgibt.

Die Justiz, die dritte unabhängige Staatsgewalt in unserer Demokratie, wird mit ihren Ansprüchen an Unterbringung und Selbstdarstellung vom Staat am stiefmütterlichsten behandelt. Es ist teilweise eine Schande wie unsere Richter untergebracht und in welchem Umfeld und Räumen Recht gesprochen wird. Richter und Anwälte in ihren feinen Roben stehen nicht selten im unglaublichen Kontrast zur nicht vorhandenen Qualität der Verhandlungsräume.

Das jetzt aus allen Nähten platzende ehrwürdige Landgericht führt uns noch vor Augen, dass in diesem Gebäude etwas Besonderes stattfindet. Hier wird deutlich, dass die Vertreter der Justiz in ihren verteilten Rollen um individuelle Gerechtigkeit ringen.

Das ist der Anspruch, der an die Durchführung eines „Justizpalastes“ zu richten ist. Der Bür-gerbeirat fordert deshalb wenigstens einen zweistufigen Wettbewerb, und zwar für einzelne Gebäudekomplexe getrennt für Justiz und die Stadtverwaltung, auszuschreiben und getrennt zu vergeben. Nur wenn unterschiedliche bauliche Gestaltung realisiert wird, kann bauliche Vielfalt gesichert werden. In der ersten Wettbewerbsstufe soll daher ausschließlich die Gestal-tung der Neubauten ein Beurteilungskriterium sein, damit sichergestellt wird, dass Gebäude entstehen, die ihrer Funktion nach auch noch in 50 Jahren ihre Bedeutung vermitteln. Das Denkmal von morgen schaffen, muss der Planungsanspruch von Stadt und Land als Auftrag-geber sein. Dies fordert ein klares Wettbewerbsprogramm und ein eindeutiges Anforderungsprofil an die städtebauliche Gestaltung, wobei frei stehende Gebäude entstehen sollten.

Wiesbaden als Träger der Planungshoheit hat es in der Hand, das neue Stadtteilquartier mit großzügiger Allee und hoffentlich mit Einsatz von viel Wasser (Brunnen, Wasserlauf etc.) zu einem einzigartigen neuen Quartier werden zu lassen, das die Wiesbadener als qualitätsge-recht annehmen.

Prof. Rudolf Jochem                              Thorsten Reiß

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© Bürgerbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden